SPD fragt erneut nach Nitratbelastung im Heidekreis

Schon im Jahre 2012 hatte die SPD-Kreistagsfraktion das Thema Nitratbelastung des Grundwassers zum Thema gemacht. Es gab unter anderem eine Anhörung im zuständigen Umweltausschuss am 3. Mai 2012. Nun ist nach einer Meldung der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung von heute, das Umweltministerium tätig geworden. Anscheinend hatte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung sich der Sache nicht intensiv genug angenommen, denn inzwischen hat die EU-Kommission wegen Verstoßes gegen die Wasserrahmenrichtlinie ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Niedersachsen eingeleitet. Es sind in 24 Landkreisen Grundwasseruntersuchungen, darunter auch im Heidekreis, angeordnet worden.

Wie Fraktionsvorsitzender, Dieter Möhrmann, Schneverdingen, mitteilt, hat seine Fraktion den Landrat gebeten mitzuteilen, welchen Umfang die Untersuchungen haben, ob die erfassten Nitratbelastungen veröffentlicht werden und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen würden. Denn schon im Jahr 2012 hatte die Kreisverwaltung in Kenntnis der schon damals vorliegenden Werte mitgeteilt: „Die Ursachen für die Nitratbelastung werden durch die Untere Wasserbehörde des Landkreises insbesondere auf die Düngeausbringungspraxis zurückgeführt. Für die Beurteilung der „ guten fachlichen Praxis“ ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zuständig.“ (Umwelt-Ausschuss 3.5.12 Protokoll) Seinerzeit hatten sich in der Sitzung die Landwirtschaftskammer, der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz und Frau Dr. Willenbockel vom Grünen Zentrum in Bad Fallingbostel geäußert. Es wurden Umsetzungsdefizite in der Umsetzung der Düngepraxis eingeräumt. Konkret auf den Landkreis bezogen wurde das nur für den Bereich Wietzendorf eingeräumt, die Nährstoffaufnahmekapazitäten seien im Heidekreis bei weitem noch nicht erreicht. Es wurde also Entwarnung für den Heidekreis gegeben, obwohl es in der Vorlage der Unteren Wasserbehörde hieß, dass 10 von 12 Grundwasserkörpern, die den Heidekreis betreffen, einen schlechten chemischen Zustand hinsichtlich Nitrat aufweisen.“

„Es verwundert uns deshalb umso mehr, dass das niedersächsische Umweltministerium auch unseren Landkreis wieder in den Blick genommen hat. Wir würden gern wissen, ob die Erkenntnisse auch auf neuen Untersuchungen vor Ort beruhen und hier bekannt seien. Nitratbelastungen seien jedenfalls nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir gehen davon aus, dass die meisten Landwirte die „gute fachliche Praxis“ einhalten. Es bleibt die Frage, worin die Ursache für die erneuten Untersuchungen liegt und ob die Landwirtschaftskammer ihrer gesetzlichen Prüfungspflicht ausreichend nachgekommen ist“, so Möhrmann abschließend.

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