Holocaust-Gedenktag 2017

Kranzniederlegung Holcaust-Gedenktag 2017

Wie in jedem Jahr haben die SPD Schneverdingen und die Jusos Schneverdingen auch in diesem Jahr Kränze zum Gedenken der Opfer des Holocausts niedergelegt.

Die Kränze legten nieder: Für den SPD-Ortsverein Vorsitzender Hans Jürgen Thömen (erste Reihe, 2. von links), für die Jusos Vorsitzender Felix Menzel (erste Reihe, 3. von links) sowie weitere SPD Mitglieder.

In seiner Ansprache ging Dieter Möhrmann auf die Bedeuetung des Holocaust-Gedenktags, inbesondere auch in Schneverdingen, ein:

Es ist in diesen Tagen 75 Jahre her, dass sich in Berlin am Wannsee oberste Spitzenvertreter von Reichs- und NSDAP-Stellen trafen, um den systematischen Judenmord die „Endlösung der Judenfrage“ strategisch zu planen. Es ging um die endgültige Vernichtung des europäischen Judentums. Seit Jahren leben wir diese Verantwortung, „Wir wollen das nicht vergessen“, wie es an diesem Platz auf der Erinnerungstafel steht. Mindestens seit der Rede von Bundespräsident Richard von Weizsäcker und das war 40 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, ist den Menschen in Deutschland bewusst geworden, dass der 8. Mai 1945, das Kriegsende, ein Tag der Befreiung war, auch von so unsäglichen Plänen wie sie in der sogenannten „Wannseekonferenz“ entwickelt wurden. Weizsäcker sprach von der Zuversicht, dass der 8. Mai nicht das letzte Datum unserer Geschichte bleibt, das für alle Deutschen verbindlich ist. Er vertraut einer neuen Generation, die in die politische Verantwortung hineinwächst. „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird.“, führt er wörtlich aus. Deshalb gibt es den Holocaust-Gedenktag.

Wir gedenken deshalb an dieser Stelle besonders den 62 Opfern des Nazi – Herrschaft, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Lassen Sie mich abschließend zitieren aus dem Klappentext des Buches über die KZ-Züge auf der Heidebahn (aus 1992):

Wenn gehetzte Großstädter mit dem kleinen Zug in die Lüneburger Heide fahren, mag es ihnen scheinen, als seien die beschaulichen Orte an der Bahnstrecke in einen Dornröschenschlaf versunken. Wohl keiner von ihnen ahnt, dass sich hinter der Rosenhecke auf den Friedhöfen ein Geheimnis verbirgt. Andere Reisende waren vor ihnen hierhergekommen. Niemand sollte sie bemerken.

Anwohner, die sich dennoch den Reisenden näherten, sahen Lederpeitschen, hörten Schüsse und grauenhafte Schreie.

Gräber wurden geschaufelt, auf denen bald Heidekraut wuchs. Mit ihm wuchs eine Dornenhecke des Schweigens.

Erst in jüngster Zeit ist es gelungen, diese Hecke des Schweigens zu überwinden ……“

„Dabei ist das Vergessen und Verschweigen ein böses Gift. 1945 im Mai gab es plötzlich keine Nazis mehr. Aber Lügen hilft nicht.“ Dies sagt der ehemalige Pastor und später auch regierender Bürgermeister von Berlin, Heinrich Albertz, im Vorwort zu der Erinnerungsschrift zu den KZ-Zügen auf der Heidebahn. …und wir alle haben viele gute Gründe immer wieder zu erinnern, auch in Schneverdingen. „Der Schoß ist fruchtbar noch“. (Bert Brecht)

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