Zwei Bäume des Jahres 2019 in Schneverdingen

AWO Kreisverband und SPD Schneverdingen spenden Flatterulmen

Jedes Jahr im Herbst bekommt die Stadt Schneverdingen vom SPD-Ortsverein einen Baum gespendet. Es handelt sich um den jeweiligen Baum des Jahres und er stets wird am Fuße des Höpen im Arboretum gepflanzt –  so war das jedenfalls bisher. 2019 ist jedoch alles etwas anders. Denn Baum des Jahres 2019 ist die Flatterulme oder Rüster (Ulmus laevis), eine einheimische Laubbaumart, die natürlicherweise an Flussläufen auf feuchten, nährstoffreichen und basischen Standorten wächst. Ausnahmsweise sollte daher nicht am trockenen Höpen, sondern im südlichsten Bereich des Walter-Peters-Park gepflanzt werden, um den Standortansprüchen besser zu entsprechen. Am 16.10. 2019 sind gleich zwei gespendete Jungulmen gemeinsam gepflanzt worden, denn außer dem SPD-Ortsverein hat auch der der Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband anlässlich des 100jährigen Jubiläums der AWO in Deutschland der Stadt eine Flatterulme geschenkt. Die AWO wurde im Dezember 1919 von der Sozialdemokratin Marie Juchacz gegründet, die in der Weimarer Republik zu den ersten Frauen in einem deutschen Parlament gehörte.

Bei für feuchteliebende Baumarten bestem Pflanzwetter trafen sich der AWO-Kreisvorsitzende Jürgen Schulz und insgesamt vier SPD-Genossen, Felix Menzel und Tatjana Bautsch vom SPD-Vorstand sowie die SPD-Ratsmitglieder Adolf Staack und der stellvertretende Bürgermeister Hans Jürgen Thömen –  alle vier zugleich auch AWO-Mitglieder –  zum eingraben der beiden Jungbäume. Auch Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens war extra in den Park gekommen, um die Pflanzung der beiden Flatterulmen persönlich zu begutachten und sich für die Spenden zu bedanken.

Die beiden Flatterulmen stehen im großen Walter-Peters-Park am Wegrand südlich des dritten Teichs mit der hölzernen Bogenbrücke am Abzweig des Weges zum Gustav-Bosselmann-Rings. Im Arboretum an der Ecke Schafttrift /Schulstraße wird eine Hinweistafel auf den Sonderstandort der Flatterulmen hinweisen, um hier die Reihe der Bäume des Jahres nicht zu unterbrechen.

Flatterulmen blühen unscheinbar im März. Sie wachsen durchschnittlich etwa 250 Jahre, können Brettwurzeln entwickeln, die man sonst nur von Regenwaldbaumarten kennt und ertragen monatelange Überflutungen. Im brandenburgischen Gülitz steht eine 400-jährige Flatterulme mit einem Stammumfang von fast zehn Metern. Flatterulmen sind deutlich weniger vom Ulmensterben betroffen als die inzwischen sehr stark dezimierten Feld- und Bergulmen, weil Flatterulmen nicht so attraktiv für Ulmensplintkäfer sind, die den tödlichen Pilz übertragen. Sie gelten daher als Überlebenshoffnung für alle Arten, die an und auf Ulmen leben.

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